Johannes Batke

  • Jahrgang 1956
  • Studium Metallgestaltung, Abschluss Diplom-Designer
  • Studium Freie Kunst, Bildhauerei, HBK Braunschweig, Abschluss
    Diplom-Künstler
  • seit 1990 selbständig als Bildhauer und Designer
  • seit 2004 Ladengeschäft Kattreppeln

Portrait

„Wer von Ihnen will Grafikdesign studieren?“ fragte unser Kunstlehrer in der 13ten Klasse. Ich meldete mich als einziger, obwohl ich nicht genau wußte, was Grafikdesign ist. „Der, der sich gemeldet hat, bekommt in Kunst eine 1.“ sagte daraufhin unser Kunstlehrer.
Eigentlich hielt ich nicht viel von Kunst, wie auch meine Mitschüler, die alle ganz normale Berufe gewählt haben. Die häufig auftretende Meinung:„Das soll Kunst sein? Das kann doch jeder!“ vertraten wir auch.
Aus reinem Unverständnis lehnte auch ich Kunst ab. Jetzt bin ich Künstler. Aber mein Interesse an Kunst kam erst später.
Nach dem Abitur wollte ich Goldschmied werden. Ein ganz normaler Goldschmied. Aber es war einfach keine Lehrstelle zu bekommen. Durch ein paar glückliche Umstände erfuhr ich, dass man diesen Beruf (und noch Einiges mehr) studieren konnte. Was ich daraufhin auch tat, und als Diplomdesigner im Studiengang Metallgestaltung abschloss. Die Berufe, die ich dabei erlernte, waren Goldschmied und Schmied. Auch wenn es hierbei um Design geht, sind die Produkte, die entstehen, unter Kunsthandwerk einzuordnen. Das hat nichts mit Kunst zu tun, auch wenn es manche Hersteller und Betrachter so sehen
wollen. Selbst das Finanzamt grenzt Kunst klar ab. Aber wie gesagt, von Kunst hielt ich nicht viel. Ich bemerkte aber das Bestreben einiger Kommilitonen, ihre Produkte zu Kunstobjekten erheben zu wollen, indem sie einfach die Anwendungsmöglichkeit ihrer Produkte weglassen wollten. Das kam mir etwas
verkrampft vor. Man wird kein Künstler, indem man sich zu einem erklärt.
Mein Schlüsselerlebnis mit der Kunst hatte ich noch während dieses Studiums. Zu der Zeit machte Josef Beuys von sich reden. Die meisten meiner Kommilitonen lehnten ihn ab: „Das soll Kunst sein? Da schütte ich einfach eine Wagenladung Müll vor die Dokumenta und werde reich.“ Ich las einiges über ihn und seine Aktionen. Als ich mich mit seiner Aktion beschäftigte, bei der er sich in New York mit einem Kojoten zusammen in einem Raum einschließen ließ, und eine Zeit zusammen mit ihm verbrachte, war dies für mich wie eine Offenbarung. Er hat dieses Tier, dessen Name allein schon ein Schimpfwort ist, durch seine
Aktion geehrt. Er hat dem Kojoten einen Teil seiner Würde zurückgegeben, die er bei den Ureinwohnern Amerikas genossen hatte.
„Wenn das Kunst ist,“ dachte ich, „will ich mehr darüber wissen.“ und studierte Freie Kunst.
Seit meiner Jugend haben mich zwei Dinge im Besonderen interessiert: die Eskimos und die Tundra.
In meiner Arbeit (Bilder und Plastiken) experimentiere ich mit Formen und Materialien, die Assoziationen
zu diesen beiden Begriffen herstellen.
Gleich nach dem Kunststudium machte ich mich 1990 selbständig. Zunächst arbeitete ich als freier Mitarbeiter für eine Schmuckmanufaktur, später verkaufte ich meinen Schmuck an Juweliere, indem ich mit meiner Kollektion wie ein Vertreter durch die Städte reiste. Acht Jahre später eröffnete ich mein erstes
Geschäft in Braunschweig, in der Fallersleber Straße, das ich auch als Galerie betrieb, in der ich Arbeiten anderer Künstler ausstellte. 2004 zog ich mit meinem Geschäft in die Fußgängerzone, in den Kattreppeln, um.
Kundenzufriedenheit und gute Gestaltung meiner Produkte stehen für mich an erster Stelle. Qualität und gute Verarbeitung sind selbstverständlich. Nichts verläßt meine Werkstatt, mit dem ich nicht 100%ig zufrieden bin. Mit einer guten Beratung aufgrund meiner Erfahrung möchte ich meinen Kunden glücklich machen.
Ich bin immer auf der Suche nach neuen Lösungen. Ich mache eben niemals das Normale.

Johannes Batke

Goldschmied | Designer | Künstler